Donnerstag, 10. April 2014 0 Kommentare

Brasilien ein Sommermärchen

Bananenland
Samba
Sie sprechen Spanisch, nicht wahr?
Jedes Fussballspiel eine Kriegsgefahr


Caipirinha
Fussball
Um die Ecke ein Affe
alle leiden unter Steuerstrafe


Doch wisst ihr schon
überall hat man
falsche Bilder von einem Land
Von Tokyo nach Maryland


wisst ihr genau
wie die Sachen hier passieren?
wie Polizei und Bürger
sich verbarrikadieren

Arme Leute sind glücklicher
Alle baden im Amazonas
Brasilianer geben nie auf
Carneval spiegelt sich im Börsenverlauf


Terra Brasilis
Land in Sicht
jede Frau eine Carmen Miranda
was für eine Kulturpropaganda


Doch wisst ihr schon
überall hat man
falsche Bilder von einem Volk
Von Beijing nach Norffolk


wisst ihr genau
wie die Leute hier leben?
von Norden bis Süden
haben wir kein Innenleben


Doch wisst ihr schon
überall hat man
falsche Bilder meiner Kultur
von Washington nach Singapur

© Lúcia Collischonn de Abreu (http://fancyacup.wordpress.com)
inspiriert von


Mittwoch, 9. April 2014 1 Kommentare

"Du schreibst ja irgendwie auch nichts mehr..."

...das höre ich ständig und ihr habt ja recht. Ich bin schreibfaul und lieber mit surfen beschäftigt, als damit euch zu erzählen, was hier so passiert.

Aber: Das soll sich jetzt ändern! Und wie, warum, wieso genau, das möchte ich euch kurz erzählen.

Ab jetzt werde ich nämlich nicht mehr alleine hier schreiben, nein, ab jetzt gibt es Lúcia, die mich tatkräftig unterstützt. Sie ist meine Freundin und Schülerin und schreibt ganz wundervolle Dinge auf Deutsch, die ich einfach mit euch teilen möchte!

Vorstellen soll sie sich allerdings selber, das kann sie besser als ich:


Hallo, ich bin Lúcia,
Ich studiere English und Deutsch an der Universität und arbeite als Übersetzerin, Dolmetscherin und Korrekturleserin in Porto Alegre, Brasilien.

Meine Erfahrung mit Deutsch fing in 2010 an, Deutsch war immer für mich die Sprache meiner Familie, die Sprache von Kuchen, Kinderlieder und Sätze, die meine Großmutter ständig sagte.

Bei mir ist es so: Um eine Sprache zu lernen muss man die Kultur auch erleben, muss man neugierig darauf sein.
Als ich entdeckte, dass Deutsch bestimmt die Welt meiner Großeltern war, aber auch von vielen anderen, habe ich meine eigene Welt auf Deutsch herausgefunden.

Schreiben ist auch meine Welt, in jeder Sprache die ich lerne, und deswegen MUSS ich auch mein geschriebenes Deutsch üben, um meine Welt zu erweitern.

Ab jetzt sind wir also zu zweit und teilen mit euch, was wir so machen. Von mir gibts weiterhin Anekdötchen und Reiseberichte (ICH VERSPRECHE HOCH UND HEILIG, DASS ICH MEHR SCHREIBE!!!) und von Lúcia gibt es wunderbare Texte jeglicher Art.

Ihr dürft euch also auf das freuen, was so kommt.
Freitag, 27. Dezember 2013 0 Kommentare

Like Ice in the Sunshine...

...like ice in the sunshine, I`m melting away....



Klingt schön, oder? Nach Sommer, Sonne, Wärme, Strand, oder? Mein ich aber gar nicht so heute!
LEUTE, es ist heiß!!! Zu heiß!!! Viel zu heiß!!!
Es ist zu heiß zum Denken, zum Atmen, zum Sitzen, Liegen, Stehen, Essen, Trinken, hatte ich Denken schon erwähnt?

Die Voraussage für gestern hier in Porto Alegre war 37 Grad, als Jan abends gegen 19 Uhr aufs Thermometer schaute, waren es noch 40 Grad! Für heute ist die Voraussage 38 Grad, ihr könnt euch also vorstellen, wie die Wirklichkeit heute aussieht.

Nach einer angenehmen Nacht mit Klimaanlage auf "volle Pulle" wachte ich heute morgen auf und öffnete nichts ahnend (bzw. alles vergessend) die Schlafzimmertür und... rannte gegen eine Hitzewand.
Ich entschloss kurzerhand zu früher Stunde ins Fitnessstudio zu gehen. Nicht was ihr jetzt denkt, meine Lust, den Weihnachtsspeck zu bekämpfen hält sich in Grenzen, aber im Fitnessstudio haben sie eine echt super Klimaanlage!!! Nach zwei Stunden dort wurde es aber langsam peinlich, irgendwann muss man ja auch wieder nachhause gehen, also machte ich mich tapfer auf den Weg zu Fuß nachhause. Mein Trainer fragte noch entsetzt: "Gehst Du wirklich zu Fuß jetzt?" "Ja, gehe ich.", denn das Einzige, was noch schlimmer ist, als bei 36 Grad verschwitzt drei Kilometer zu Fuß nachhause zu laufen ist, sich verschwitzt in einen auf 18 Grad runterklimatisierten Bus zu setzen.

Jetzt bin ich also hier und leide... Ich sollte eigentlich lernen, aber es ist zu heiß zum ... s.o....

Kurz in den Minipool springen zur Abkühlung bringt auch nicht das gewünschte Ergebnis, denn der Pool ähnelt eher einer wohltemperierten Badewanne.
Was tun also?

Den Ventilator auf der einen Seite, ein Handtuch aus dem Eisfach auf der Stirn, eine riesige Flasche Eiswasser in der Hand klage ich euch mein Leid. Ich glaube, ich gehe wieder zurück ins Schlafzimmer, das einzige Zimmer mit Klimaanlage und träume ein bisschen...
...vom Strand, einer frischen Brise und den kühlen Wellen... oder vom Winter in Deutschland.

Eure schmelzende Tessa
Mittwoch, 11. Dezember 2013 1 Kommentare

Was ich über Brasilianer weiß

Inspiriert durch die australische Journalistin und Bloggerin Liv Hambrett kommt es nach doch allzu langer Zeit wieder einmal zu einem Post meinerseits.

Liv lebt seit geraumer Zeit in Deutschland und schlägt sich tagtäglich mit den Gewohnheiten und Marotten der Deutschen herum. Dabei beobachtet sie schlau und vor allem mit viel Humor, wie wir Deutschen so im Allgemeinen und auch im Speziellen sind und schreibt ihre Erfahrungen in ihrem Blog nieder.

Unter "What I know about Germans. 101 Observations" trägt sie ihre Beobachtungen gebündelt zusammen. Von Nummer 1 "Germans are tall" über Nummer 101 "Germans can open a beer bottle with anything" bis zur von mir favorisierten Nummer 120 "Germans can have entire conversations that consist solely of the word DOCH" (ihr glaubt ja gar nicht, wie sehr ich "doch" in anderen Sprachen vermisse!!!) beschreibt sie die Deutschen und zumindest ich erkenne mich im Großteil ihrer Beobachtungen wieder.

Warum also die Idee nicht kopieren und nach nunmehr fast zwei Jahren hier niederschreiben, was ich über Brasilianer weiß:

1. Brasilianer haben kleine Füße.
2. Brasilianer himmeln Europa und die USA an. Ich höre immer wieder die erstaunte Frage "und was genau machst Du HIER?"
3. Brasilianer glauben, dass Europäer nicht duschen (insbesondere Franzosen).
4. Brasilianer arbeiten viel und lange.
5. Brasilianer studieren immer noch etwas nebenher.
6. Brasilianer lieben Körperkontakt.
7. Brasilianer stehen gerne im Weg herum. Das ist natürlich nur mein deutscher Blick :-)
8. Brasilianer sind Small talk- bzw. Large Talk-Könige. Sitzt Du neben jemandem im Bus, kennst Du hinterher die Familie.
9. Brasilianer sind familienverbunden.
10. Brasilianer nehmen gerne Medikamente. Und zwar jeder Stärke und Ausrichtung!
11. Brasilianer stehen zu ihren Körpern. Von Kleidergröße 34-56 trägt am Strand alles den brasilianischen Bikini. Und das mit Stolz!
12. Brasilianer fahren anders Auto. Hupen, stehen bleiben, vordrängeln, eine 4. Spur eröffnen, wo es nur Platz für 2 gibt.... alles schon da gewesen.


13. Brasilianer(innen) gehen wöchentlich zum Frisör und zur Maniküre.
14. Brasilianer nennen komplett Brasilien oberhalb von Rio de Janeiro vom Westen bis zur Küste "Nordosten". Das trifft vermutlich nicht auf die Brasilianer zu, die dort oberhalb von Rio de Janeiro leben, hier fehlen mir aber Erfahrungswerte.
15. Brasilianer lieben den Strand.
16. Brasilianer aus dem Süden mögen Winter lieber als Sommer. Jetzt sagt ihr: Das widerspricht aber Nr. 15! Ich weiß, ist aber so...
17. Es gibt immer Jemanden in einer brasilianischen Familie, der ein Haus am Strand hat.
18. Das Urlaubsziel Nummer 1 ist Disneyworld, dicht gefolgt von Cancun. 
19. Brasilianer fliegen zum Shoppen nach Miami oder Uruguay.
20. Brasilianer lieben Snacks. Von pao de queijo über pastel (Teigtaschen) bis hin zu Keksen wird ständig "zwischengemahlzeitet". 
21. Brasilianer gehen einmal die Woche ins Kino.
22. Kein Tattoo zu haben ist wie... ach ich weiß nicht, jeder hat ein Tattoo!
23. Brasilianer exhibitionieren sich auf Facebook. Datenschutz ist ein Fremdwort.
24. Jeder Brasilianer hat mindestens 1 Paar Flipflops. 


25. Brasilianer fahren immer mit dem Auto. Zu Fuß geht man einfach nicht und Fahrrad fahren ist noch nicht sehr verbreitet, wird aber gerade neuester Trend.
26. Brasilianer haben immer eine Haushaltshilfe. Ich wurde ernsthaft gefragt, wie man in Deutschland ein Kind ohne Haushaltshilfe großziehen kann.
27. Isst ein Brasilianer nicht mindestens einmal am Tag Reis und Bohnen ist es kein guter Tag.
28. Brasilianer haben das leckerste Fleisch, glauben aber, das leckerste Fleisch gäbe es in Uruguay und Argentinien.
29. Brasilianer können ganze Gespräche nur mit Gestik führen. Ich könnte ein Lexikon schreiben... ach nein, malen :-)
30. Brasilianer versuchen, möglichst bis zur Heirat bei ihren Eltern zu wohnen, um dann direkt mit dem Ehepartner zusammenzuziehen.
31. Brasilianer aus dem Süden haben immer einen deutschen, italienischen oder polnischen Vorfahren. 
32. Brasilianer aus Rio de Janeiro haben gewonnen. Eigentlich müßig zu erklären warum, schließlich wohnen sie in der schönsten Stadt der Welt.


33. Brasilianer finden Hände schütteln seltsam (siehe Punkt 6). Möglichst häufig, möglichst lange und mit möglichst vielen Körperteilen nah beieinander zu sein wird als angenehmer empfunden.
34. Brasilianer üben niemals Kritik. 
35. Ganz im Gegenteil sogar: Brasilianer loben immer alles und jeden.
36. Brasilianer finden immer eine Lösung. Hierfür gibt es ein offizielles Wort, "jeitinho" (mag soviel wie "Art und Weischen" heißen und meint, dass zur Not Jemand Jemanden kennt, der Jemanden kennt, der da bestimmt was machen kann).
37. Die brasilianische Bürokratie ist die Schlimmste.
38. Am Strand isst man Mais und trinkt Bier.
39. Brasilianer haben immer einen Ernährungsberater und einen Psychologen.
40. Am Flughafen erkennst Du Brasilianer daran, dass sie das meiste Gepäck haben.


...to be continued...


Samstag, 27. Juli 2013 2 Kommentare

E ai alemã - ta gostando do frio?

...ist der Satz, den ich momentan wohl am häufigsten höre.

Das will so viel heißen wie "Na Deutsche, wie gefällt Dir die Kälte?" und zielt auf meine Meinung zu den aktuellen Temperaturen hier bei uns in Porto Alegre ab.



Es ist nämlich schweinekalt!

Temperaturen innerhalb der vorletzten Woche!
Eigentlich muss ich mich schon wieder korrigieren - es war nämlich schweinekalt. Mehr als eine Woche hatten wir hier Temperaturen um den Gefrierpunkt und wie jeder weiß, der schon einmal in einem südlichen Land gelebt hat: Die Häuser und Wohnungen sind einfach nicht dafür gemacht. Warum Isoliermaterial benutzen, wenn man sich die paar Wochen, die es winterlich wird, so herrlich über die 2 Grad im Badezimmer beschweren kann?

Was ich aber eigentlich sagen will ist, dass die Brasilianer geschlossen davon ausgehen, dass ich als Deutsche

1. vorher die Kälte vermisst habe
2. es für mich überhaupt nicht kalt ist.

Nach Meinung der Brasilianer hat jeder Mittel- und Nordeuropäer so etwas wie einen angeborenen Kälteschutzschild. Wie man sich das genau vorzustellen hat, weiß ich nicht. Vielleicht ähnlich einem Walross, das der Kälte der Meere mit einer Extrafettschicht trotzt.

Und so ist es ihnen schwer zu erklären, dass ich (sagen wir es ruhig wie es ist) "friere wie Sau"!
Mag sein, dass ich verweichlicht bin, eine "Kältememme", schwer leidend unter den Temperaturen. Tropikalisiert wie man hier sagen würde. Nach nunmehr 1,5 Jahren ohne richtigen Winter (denn letztes Jahr gab es den hier nicht) ziehe ich mir schon bei 20 Grad einen Pulli über. Ich friere auf jeden Fall schneller als alle meine Kollegen und habe bereits einen zweiten Kleiderschrank in der Sprachschule eröffnet, um mich während der Tag vergeht in immer mehr Schichten von dicken Jacken zu hüllen.

Aber gut, ich höre nun auf zu klagen, denn seit gestern nachmittag haben wir tagsüber wieder akzeptable 22 Grad vorzuweisen und den Nachmittag heute haben wir tatsächlich bei diesen Temperaturen auf der Dachterrasse verbracht (in Jeans, zwei Pullis und dicken Socken versteht sich:-)).

Wenn mein Kollege Rafael also das nächste Mal über das europäische Wetter behauptet, es würde viel größere Temperaturschwankungen geben, argumentiere ich nicht damit, dass ich vor zwei Wochen montags im Bikini bei 27 Grad draußen lag und mittwochs bei 3 Grad mit Handschuhen unterrichtet habe.

Nein, ich bin still und denke daran, dass nach der Kälte auch immer wieder die Wärme kommt und dass ich in meinem Leben noch nie so selten Socken getragen habe...



 
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