Samstag, 27. Juli 2013

E ai alemã - ta gostando do frio?

...ist der Satz, den ich momentan wohl am häufigsten höre.

Das will so viel heißen wie "Na Deutsche, wie gefällt Dir die Kälte?" und zielt auf meine Meinung zu den aktuellen Temperaturen hier bei uns in Porto Alegre ab.



Es ist nämlich schweinekalt!

Temperaturen innerhalb der vorletzten Woche!
Eigentlich muss ich mich schon wieder korrigieren - es war nämlich schweinekalt. Mehr als eine Woche hatten wir hier Temperaturen um den Gefrierpunkt und wie jeder weiß, der schon einmal in einem südlichen Land gelebt hat: Die Häuser und Wohnungen sind einfach nicht dafür gemacht. Warum Isoliermaterial benutzen, wenn man sich die paar Wochen, die es winterlich wird, so herrlich über die 2 Grad im Badezimmer beschweren kann?

Was ich aber eigentlich sagen will ist, dass die Brasilianer geschlossen davon ausgehen, dass ich als Deutsche

1. vorher die Kälte vermisst habe
2. es für mich überhaupt nicht kalt ist.

Nach Meinung der Brasilianer hat jeder Mittel- und Nordeuropäer so etwas wie einen angeborenen Kälteschutzschild. Wie man sich das genau vorzustellen hat, weiß ich nicht. Vielleicht ähnlich einem Walross, das der Kälte der Meere mit einer Extrafettschicht trotzt.

Und so ist es ihnen schwer zu erklären, dass ich (sagen wir es ruhig wie es ist) "friere wie Sau"!
Mag sein, dass ich verweichlicht bin, eine "Kältememme", schwer leidend unter den Temperaturen. Tropikalisiert wie man hier sagen würde. Nach nunmehr 1,5 Jahren ohne richtigen Winter (denn letztes Jahr gab es den hier nicht) ziehe ich mir schon bei 20 Grad einen Pulli über. Ich friere auf jeden Fall schneller als alle meine Kollegen und habe bereits einen zweiten Kleiderschrank in der Sprachschule eröffnet, um mich während der Tag vergeht in immer mehr Schichten von dicken Jacken zu hüllen.

Aber gut, ich höre nun auf zu klagen, denn seit gestern nachmittag haben wir tagsüber wieder akzeptable 22 Grad vorzuweisen und den Nachmittag heute haben wir tatsächlich bei diesen Temperaturen auf der Dachterrasse verbracht (in Jeans, zwei Pullis und dicken Socken versteht sich:-)).

Wenn mein Kollege Rafael also das nächste Mal über das europäische Wetter behauptet, es würde viel größere Temperaturschwankungen geben, argumentiere ich nicht damit, dass ich vor zwei Wochen montags im Bikini bei 27 Grad draußen lag und mittwochs bei 3 Grad mit Handschuhen unterrichtet habe.

Nein, ich bin still und denke daran, dass nach der Kälte auch immer wieder die Wärme kommt und dass ich in meinem Leben noch nie so selten Socken getragen habe...



Kommentare:

Moni hat gesagt…

Euer Winter ist ja richtig, richtig hart!!!!!
da lob ich mir gestern die 32 Grad bei uns,

Tessa hat gesagt…

Wir leiden jetzt noch eine Woche und genießen dann erstmal den portugiesischen Sommer :-)

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