Montag, 23. Januar 2012

Fleisch ist mein Gemüse, oder:

Mein erstes, zweites und drittes Churrasco!

Liebes Tagebuch,
am Freitag war ich auf meinem ersten Churrasco. Ich habe dort viel erlebt und es war sehr schön.

Spaß beiseite - Churrasco ist ein ernstes Thema, denn Fleisch ist hier DAS Gemüse.
Ich erwähnte bereits, dass ich glaube, dass dies der wahre Grund ist, warum Jan nach Brasilien gezogen ist. "Du musst das probieren, das ist eine Offenbarung!!!" hallte Jans Schwärmerei in meinem Kopf, nachdem Vinicius, unser Volleyballfreund uns für Freitag auf ein waschechtes Churrasco bei Freunden eingeladen hatte. Also los, Vinicius packte uns ins Auto und chauffierte uns zu einem Haus, das etwas abseits der Innenstadt gelegen war. Wir stiegen aus und wurden von der Gastgeberin, Mariane, auf eine Dachterrasse mit Blick über die Stadt, Pool und einer großen churrasqueira geführt. Angesetzt für 19h füllte sich ab 22h (!) die Dachterrasse mit Brasilianern und es konnte los gehen.
Jesus, der Grillmeister, stand geschäftig vor der churrasqueira und spießte verschiedene Fleischstücke auf. Nach einer Weile wurde dann eine große Holzschale herumgereicht in der sich farofa (geröstetes Maniokmehl) und mehrere kleine Fleischstücke befanden. "O que e isto?" ("Was ist das?"), fragte ich. "Coracaozinho" tönte es aus allen Ecken und Vinicius erklärte auf deutsch "Hühnerherz!". Na gut, dachte ich mir. Du bist in einem fremden Land und probierst alles, was es hier gibt, auch wenn meine Lust auf Hühnerherz sich wahrlich in Grenzen hielt.

Quelle: ventoharagano.com.br
Der nächste Gang war schon mehr nach meinem Geschmack: salsichao, mit Kräutern gewürzte Würstchen, die einfach unglaublich schmeckten.
Der Fleischkonsum brach nicht ab, immer neue Leckereien wurden herumgereicht; stets in der großen Holzschale, in mundgerechten Stücken und jeder griff nach Herzenslust zu. "Was meinst Du, wie viel Fleisch wir pro Person bei einem Churrasco essen?" fragte Vinicius. Ich hatte keine Ahnung und er erklärte stolz: "Ca. 400 g an einem Abend wie heute, wenn wir unter Männern sind 1 kg pro Mann!" und ich verstand immer besser, was Jan meinte. Es wurde geredet, getrunken, gelacht, gebadet und gegessen und ich fühlte mich unglaublich brasilianisch.
Für Samstag Abend hatten wir Freunde zum Essen zu uns nachhause eingeladen und entschieden kurzerhand: Wir weihen unsere wohnungseigene churrasqueira ein! Also ab zum Supermarkt und alles kaufen, was man benötigt:
Espetos, die langen Spieße, auf denen das Fleisch aufgespießt wird.
Carvao, die typische Holzkohle.
Und natürlich: salsischao, carne und Kräuter, um selbst gemachte Kräuterbutter herzustellen, die in Brötchen geschmiert wird, die auch auf den Grill kommen.


Francioni spielte den Grillmeister und nachdem die Würstchen als Vorspeise im Stehen gegessen wurden, setzten wir uns an den Tisch und er führte uns die verschiedenen Fleischstücke am Spieß vor. 


Ein rundum gelungener Einstand für den Hausgrill und ebenso lecker wie bereits Freitag.

Für Sonntag Mittag waren wir bereits früher in der Woche mit Freunden in einer churrascaria verabredet, sodass der Fleischkonsum munter weiter ging. Dieses Mal allerdings weitaus professioneller mit Kellnern, die mit den verschiedensten Fleischstücken von Tisch zu Tisch gingen und stets die Stelle abschnitten, auf die man zeigte.

Nach dem dritten churrasco in Folge hatte ich mir für diese Woche den vollständigen Verzicht vorgenommen, aber gerade klingelte das Telefon. Es war Jan: "Du magst doch churrasco, oder? Wir haben heute Abend eine Verabredung"....

Kommentare:

Jens aus Bonn hat gesagt…

Ich habe Hunger...

Moni hat gesagt…

Hallo Tessa,
schön, wieder von Dir zu hören. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen und das umsomehr, weil ich mich gerade auf dem Abnehmtrip befinde

Nils hat gesagt…

Vielleicht sollten Ihr den Blog in "Churrasco 24/7" umbenennen...

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