Freitag, 13. Januar 2012

Ja sin mer he im Rheinland?

Von den Parallelen zwischen den Völkern!

Seit dem zweiten Tag hier besitze ich bereits einen Handyvertrag. Ich war erst unsicher, ob ich den wirklich brauche, denn schließlich kenne ich hier keinen außer Jan, mit dem ich telefonieren könnte. So kann man sich täuschen! Kaum zwei Wochen in der neuen Heimat und die Liste der Telefonbucheinträge ist bereits lang.
Dass Alessandra sich gleich am zweiten Tag mit mir zum Sightseeing treffen wollte, hatte ich noch darauf geschoben, dass sie sich ein bisschen verpflichtet fühlt. Francioni und seine Freundin Lisi hatte Jan ja schon bei seinem Kurztrip vor zwei Jahren kennen gelernt und ich wusste, dass die Beiden sich gerne mit ihm treffen. Vinicio hatte Jan auf einer Party kennen gelernt und er hatte sich gleich als Volleyballconnection heraus gestellt.
In der Sprachschule verstand ich mich dann auf Anhieb mit meinem professor Raffael und mit Fabian aus Hamburg. Handynummern wurden ausgetauscht, weil Raffael in einer Band spielt und uns zum nächsten Gig eingeladen hat.
Aber dass ich so häufig von Menschen auf offener Straße angequatscht werde, hätte ich nicht gedacht. So auch heute. Wie immer streifte ich durch die Gegend, meinen Fotoapparat vor der Nase, als ich den schönen alten Briefkasten (correio) an einer Hausmauer sah.


Tu gosta?“ (Gefällt Dir das?) hörte ich auf einmal eine weibliche Stimme von der Seite. „Sim, gosto!“ antwortete ich und ein Wortschwall wurde auf mich losgelassen. „Nao falo portugues muito bom, desculpe-me.“ (Ich spreche nicht sehr gut Portugiesisch) antwortete ich entschuldigend und „So falo alemao e ingles.“ (Ich spreche nur deutsch und englisch). „Aaahhh, deutsch. Ich bin Madalena und ich möchte mehr deutsch sprechen, meine Oma ist aus Deutschland und ich fahre bald dorthin, nas ferias. Gehen wir einen Kaffee trinken? Ich wohne hier in dem Haus.“ Madalena bat mich ins Haus und wir tauschten gleich Handynummern aus. Ich hatte mir Anfang der Woche schon überlegt, ob ich wohl über die Uni an ein Sprachtandem komme und jetzt hatte mich eines auf der Straße aufgegabelt.
So funktioniert Brasilien: „Tu me liga“ (Ruf mich einfach an) ist hier nicht nur leeres Gerede. Die Brasilianer sind herzlich, offen und quatschen Jeden einfach an, fast wie im Rheinland. Ein Grund dafür ist sicher, dass estrangeiros in Porto Alegre (noch) sehr selten sind. Die Porto Alegresi finden es spannend und auch ein bisschen seltsam, dass man aus dem Ausland in ihre Stadt kommt, um hier zu leben. Hoffentlich bewahren sie sich diese Neugier auf Fremde und Fremdes - auch wenn Brasilien weiter wirtschaftlich boomt und sicher immer mehr Ausländer hierhin kommen. 
Wer also Lust hat, Menschen und Land kennen zu lernen, der muss einfach nur auf die Straße gehen... und lächeln.




Kommentare:

Siane hat gesagt…

Olá, Tessa!
I told you I'd take a look at your blog :)
Unfortunately, I couldn't do much than just "take a look" at it, 'cause you know... mein Deutsch sucks =/ (Actually it doesn't even exist! hahahhaha)
I really liked the pics, though ;)
Bom fim de semana!

Moni hat gesagt…

Liebe Tessa, schön, daß die Brasilianer so offen sind und es einem so leicht machen ins Gespräch zu kommen, finde ich phantastisch.

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